In der langen Vereinsgeschichte durften die Spielerinnen von KTV Neuenkirch (früher) und VB Neuenkirch (heute) schon auf unzählige Trainerinnen und Trainer zählen. Hier stellen wir aktuelle und ehemalige Trainerinnen näher vor und erfahren beispielsweise, welche Übung in einem Training nicht fehlen darf (oder durfte).
Aisha Kumbalingam; Trainerin U16 | Team 2; jüngste Trainerin

Aisha, wie und wann bist du zum Volleyball gekommen?
Ich bin durch eine Freundin auf unseren Verein gekommen und bin dann in der zweiten Klasse, also mit etwa acht Jahren, aktive Spielerin des VB-Neuenkirch-Nachwuchses geworden.
Was gefällt dir an der Sportart besonders?
Der Sport selbst gefällt mir sehr; auch die Zusammenarbeit mit dem Team und das Wichtigste, dass wir viel Spass beim Spielen haben.
Wie bist du dazu gekommen, Einsätze als Trainerin zu leisten?
Ich wurde angefragt, bei einem Turnier auszuhelfen. Ich habe zugestimmt, und es folgten mehrere Turniere, die ich als Hilfstrainerin begleitet habe. Es hat mir viel Spass bereitet, und so habe ich den Coach-Kurs belegt und dann angefangen, bei den U14 zu leiten.
Was schätzt du am Trainerinnendasein besonders?
Es gefällt mir sehr zu sehen, wie die Spielerinnen Fortschritte machen, wir ihnen aber trotzdem immer wieder Tipps geben können, wie sie sich weiter verbessern können. Es freut mich, mein Wissen weiterzugeben und die Teammitglieder in guten und schlechten Spielen zu unterstützen.
Was darf für dich in einem Training nicht fehlen?
Für mich dürfen das Einwärmen und «Mätschle» sicher nicht fehlen. Auch der Schlachtruf am Schluss ist ein Muss im Training!
Lisa Eberle; aktuelle 1.-Liga-Trainerin

Lisa, erinnerst du dich noch, in welchem Jahr du das erste Training geleitet hast?
Das ist eine gute Frage und schon ziemlich lange her – vor ungefähr 18 Jahren.
Warum bist du bis heute in der Halle als Trainerin aktiv?
Es ist für mich ein sehr erfüllendes Gefühl, meine Leidenschaft für diesen wunderbaren Sport mit anderen zu teilen. Als Trainerin kannst du das Training für andere Spielerinnen so gestalten, wie du selbst auch gerne trainierst und spielst.
Früher hast du Juniorinnen trainiert; heute ist es das Damen 1. Gibt es Unterschiede in der Trainingsvorbereitung?
Das unterschiedliche Leistungsniveau spielt eine wichtige Rolle. Beim Damen 1 muss ich viel komplexere Übungsformen einbauen, den Athletikteil intensiv gestalten und auch in der Taktik gibt es einige Know-hows, die vom Spiel und auch den Spielerinnen verlangt werden. Bei den Juniorinnen müssen die Elemente des Trainings mit viel zusätzlichen Laufwegen, vereinfachten Spielformen und auch einigen polysportiven Anteilen ergänzt werden.
Warum sollte eine junge Spielerin/ein junger Spieler ebenfalls eine Trainerlaufbahn anstreben? Was gibt dir das «Trainersein» emotional?
Es ist ein wunderbares Gefühl, Teil eines Teams zu sein. Als Trainerin hast du eine verantwortungsvolle Rolle und trotzdem bist du im Hintergrund. Du kannst mit dem Team verschiedene Fähigkeiten erarbeiten und es taktisch, technisch und athletisch weiterbringen. Genauso gehört es dazu, mit dem Team mitzufiebern, mitzufeiern, mitzuleiden, es anzufeuern … so hast du als Trainerin viele Emotionen, die du miterleben darfst.
Was findest du an deinem Traineramt am anspruchsvollsten?
Es fordert mich sehr, das Team nach Niederlagen gezielt auf das kommende Spiel vorzubereiten. In den zwei Trainings danach gilt abzuwägen, wie viel Zeit für mentale Aspekte, Taktik, Technik und Athletik eingesetzt werden soll.
Wie haben sich deine Trainings über die Jahre verändert?
Ich wäre gerne noch einmal dabei in einem Training von «früher». Ich denke, mein Training ist spielnaher aufgebaut, und es gelingt mir schneller, eine Übung direkt im Training anzupassen, sodass das Trainingsziel erreicht werden kann. Es ist ein laufender Prozess, und es lernt sich, glaube ich, nie aus.
Welche Lieblingsübung planst du gerne ins Training ein? Warum?
Diese Frage können meine Spielerinnen sicher besser beantworten. Ich halte die «Pace» gerne hoch, indem ich in diversen Spielsituationen viele Gratisbälle spiele.
Esthi Stirnimann; langjährige Juniorinnenverantwortliche

Esthi, du hast über lange Zeit die Juniorinnenabteilung des VB Neuenkirch geführt. Wieso hast du zu dieser Aufgabe Ja gesagt?
Als ich 1993 wieder zurück nach Neuenkirch kam und im damaligen Damen 1 spielte, habe ich vor allem dort immer wieder Trainingseinheiten übernommen. Es gab Zeiten, da hatten wir gar keinen Trainer. Mit der Ankunft unserer Kinder steckte ich beruflich zurück und sprang bei den Juniorinnen immer wieder ein, um Trainingseinheiten zu leiten, wenn Not da war. Ich war halt einfach mit dem Volleyvirus infiziert. Schliesslich übernahm ich von meiner Vorgängerin Claudia Schöpfer das Amt, die intensiv auf der Suche nach einer Nachfolgerin war. Damals zeichnete sich ab, dass auch meine Tochter vom Volleyfieber angesteckt wird, das war wohl mit ausschlaggebend.
Du selbst hast eine sehr aktive Volleylaufbahn hinter dir und früher gar Nati B gespielt. Hattest du eine Lieblingstrainerin/einen Lieblingstrainer?
Uii, ich hatte sehr viele verschiedene Trainer und Trainerinnen. Rückblickend hat mich sicher Ivana Kutek als Spielertrainerin bei Montana Luzern sehr geprägt. Ab dem Alter von 15 Jahren trainierte ich damals drei bis vier Mal wöchentlich bei ihr. Die Trainings waren streng, die Übungen waren aber immer mit viel Spielfreude gepaart. Schon damals durfte ich auch von zahlreichen supertollen Trainingseinheiten bei Max Meier profitieren, der zu dieser Zeit die Juniorinnennationalmannschaft trainierte.
Du hast in deiner eigenen Trainerinnenlaufbahn unzählige Trainings vorbereitet. Was war dir dabei immer sehr wichtig?
Möglichst viel Ballkontakt, Übungen im Spielfluss zur Automation von Bewegungsabläufen, motivierende Spielsequenzen… sich gemeinsam als Team pushen – sich freuen und jubeln über gelungene Spielzüge 😊.
Warum sollten sich junge Spieler aus deiner Sicht ebenfalls für eine Trainerlaufbahn entscheiden?
Es kann reizvoll sein, das Wissen und die Leidenschaft fürs Volleyball weiterzugeben. Man hat die Möglichkeit Talente zu fördern, Verantwortung zu übernehmen, sich weiterzuentwickeln und das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. Ausserdem kann man so dem Verein etwas zurückgeben, wovon man selber jahrelang profitieren durfte.
Heute bist du aktive Tennisspielerin – erkennst du Parallelen in der Trainingsgestaltung zwischen Volleyball und Tennis?
Diese Parallelen gibt es ganz sicher, auch hier ist das Automatisieren von Bewegungsabläufen, Antizipation und das Feilen an der Technik zentral. Doch in meinem Seniorinnenalter werde ich die Technik nicht mehr richtig erlernen. Ich erfreue mich einfach am Spiel an sich und ab und zu stille ich dabei meine immer noch vorhandene Wettkampflust 😊.
Zum Abschluss: Welche Volleyübung hast du immer gerne in deine Trainings integriert?
Verteidigungsübungen, bei der man so richtig die Bälle ausgraben muss!
Kleine Quizfrage zum Bild von Esthi Stirnimann und dem damaligen Nachwuchs: Wer erkennt darauf die beiden heutigen Vorstandsmitgliederinnen?
Irène Oetterli; Trainerin von 1977 bis 2007

Irene, blätterst du für uns ein wenig zurück an die Anfänge deiner Tätigkeit als Volleyballtrainerin?
1977 startete die Volleyriege des KTV Neuenkirch ihr Debüt im RVI und löste Lizenzen. Da im Sommer 1977 unser Sohn Matthias auf die Welt kam, war ich nicht bereit, selbst lizenziert zu spielen. So entstand eine Gruppe von Nicht-Lizenzierten, später als «Plauschteam» bekannt. In diesem Team übernahm ich die Trainings, da ich als Lehrerin das Turnpatent besass. Volleyball war damals noch eine junge Sportart im Aufkommen.
Was war deine Motivation, wöchentlich für dein Team und dich Trainings vorzubereiten?
Organisieren, Verantwortung übernehmen, Gestalten liegt bei uns in der Familie. Ausserdem ist Volleyball ein wunderbarer Teamsport. Ich konnte selbst gestalten und meine Ideen einbringen, kaufte Literatur, um mein Wissen zu vergrössern. ‘Googeln’ war damals ja noch kein Thema …
Welche Herangehensweise hattest du bei der Vorbereitung der Trainings? Warst du eher der spontane oder der sehr strukturierte Typ?
Den Trainingsaufbau nahm ich strukturiert in Angriff. Wichtig war mir ein gezieltes Aufwärmen, um Verletzungen zu minimieren. Übungen für die Technik des Volleyballspiels, komplexe Abläufe und natürlich auch den Spassfaktor habe ich in meine Trainings miteinbezogen. Während des Trainings konnte ich, dank grosser Erfahrung, auch spontan switchen. Viel Zeit habe ich in den Aufwärmpart investiert, habe Musik ausgewählt, die zu meinen Übungen passte und habe den Ablauf zu Hause in der Stube einstudiert.
Warum sollte aus deiner Sicht eine Volleyballerin/ein Volleyballer ebenfalls eine Trainerkarriere anstreben?
Trainerin oder Trainer sollte werden, wer Freude daran hat, anderen etwas beizubringen und dabei ein gutes Gespür für Menschen mitbringt. Wichtig ist die Bereitschaft, ein Team zu führen, die Spielerinnen und Spieler zu motivieren und eine Atmosphäre des Vertrauens zu schaffen.Aisha (5) ist nebst ihrer Trainerfunktion auch selbst auf dem Feld als Spielerin im Einsatz.
